DigiWohnheiten: Digitalisierung – eine Gewohnheitssache

DigiWohnheiten: Digitalisierung – eine Gewohnheitssache

Die Prozesse der Digitalisierung in ein Unternehmen (oder eine Gesellschaft) einzubringen ist ein stückweises Unterfangen. Es ist wichtig dabei, dass jeder Beteiligte weiß, warum er neue Technologien benutzen soll.

Für die Unternehmensleitung heißt es hier mit gutem Beispiel voranzugehen und selbst die ersten Schritte zu tun. Es muss klare Anweisungen geben und die Unternehmensgewohnheiten müssen Stück für Stück in Richtung Digitalisierung geführt werden. Dabei kann es hilfreich sein, neue Technologien nicht nur unmittelbar in Unternehmensprozessen einzusetzen, sondern auch als Lifestyle Upgrades für die Mitarbeiter.
Zum Beispiel könnte man Smart-Office Technologien verwenden um die eigenen Mitarbeiter direkt an neue Technologien zu gewöhnen und neue Impulse zu setzen. Denn nur, wenn Digitalisierung auch aktiv dem eigenen (auch privaten) Nutzen dienlich ist, kann eine vollständige entmythifizierung von neuen Technologien erfolgen.
Unmittelbarkeit ist hier der Weg zum Ziel. Mitarbeiter sollen hinter Digitalisierung nicht irgendetwas verschwommenes technisches sehen, sondern konkret wissen worum es hier eigentlich geht und den eigenen Nutzen direkt erkennen können.

Die Unternehmensleitung kann hier ruhig etwas übertreiben. Etwa sprachgesteuerte Ventilatoren oder ähnliche Spielereien können hier helfen wages Unbehagen gegenüber Digitalisierung in Neugier und positives Interesse zu verwandeln. Dies gilt insbesondere für technologieaverse Unternehmen.

Chefs müssen hier mit gutem Beispiel vorangehen und selbst mit digitalen Technologien experimentieren und arbeiten. Wenn von oben herab ein Dekret kommt, radikal alles zu digitalisieren aber die Führungsetage selbst vermeidet beispielweise den digitalen Kalender, so kann mangelnde Authentizität zum Scheitern der besten Vorhaben führen.

Gewohnheiten sind hierbei ein wichtiges Schlagwort. Das Einbeziehen von Digitalisierung muss von den Mitarbeitern selbst propagiert werden. Rein extrinsische Motivationen und Zwänge können langfristig nicht für das Umdenken sorgen, das nötig ist. Es gilt also, für das ganze Unternehmen Gewohnheiten und Arbeitsweisen zu erschaffen, die technologieaffin und experimentierfreudig sind.

 

 

IoT-Potential nutzen – Fünf Praxistipps

IoT-Potential nutzen – Fünf Praxistipps

Im Wochentakt erscheinen neue Studien zum ökonomischen Potenzial des Internets der Dinge, häufig auch als Internet of Things (IoT) bezeichnet. Doch fehlende Best-Practice-Beispiele und Praxiserfahrungen wirken insbesondere im Mittelstand wie eine Barriere bei der Umsetzung von IoT-Projekten.

 

Obwohl IoT und Digitalisierung quer durch alle Branchen zu den ungeschlagenen Trendthemen gehören, sind viele Unternehmen, vor allem Midsize Companies, nach wie vor in einer Komfortzone. Sie sehen schlicht nicht, woher der nächste disruptive Angriff kommen könnte, sprich: durch welche disruptiven Innovationen (aus dem Englischen „disrupt“ für „unterbrechen“) im Zuge von IoT-Technologien ihre Produkte oder Dienstleistungen möglicherweise vollständig verdrängen könnten. Doch wer diese Gefahr nicht sieht, könnte schnell vom Markt gefegt werden. Zudem machen bislang nur wenige Unternehmen vor, wie man mit Digitalisierung mehr Gewinn erzielen kann: Der Maschinenbauer Trumpf, der bis 2021 eine vollständige digitalisierte Produktion anstrebt, verspricht sich Produktionssteigerungen von 30%, indem beispielsweise alle Produktionsteile mit Sensoren und Chips ausgestattet werden, um die Produktion vollständig mit Rechner steuern und planen zu können. Vollständig digitalisierte Unternehmen finden sich zwar derzeit noch nicht, aber es gibt bereits Erfolgsgeschichten. Das Internet der Dinge scheint ohnehin vor nichts Halt zu machen. Vernetzte Autos und Häuser, Assistenzsysteme zum Einparken oder Fitness-Armbänder sind alltäglich. In der Industrie läuft die Produktion seit Jahrzehnten automatisiert. Noch werden reale Arbeitskräfte zur Kontrolle gebraucht, sind die Maschinen aber miteinander vernetzt, kommen sie ohne menschliche Koordination aus. Experten tüfteln daran, IoT mit effizienter Datennutzung auch dazu beitragen zu lassen, möglichst angenehm und umweltbewusst in Städten leben zu können. Höhere Lebensqualität soll die Vernetzung von bislang getrennten Bereichen wie Umwelt, Energie und Verkehr schaffen. Aktuelles Beispiel der lebenswerten und nachhaltigen Smart City ist Barcelona mit seinen 700 WLAN Hotspots. Dortige Parks sind mit intelligenten Bewässerungssystemen ausgerüstet, Sensoren messen die Bodenfeuchtigkeit, so dass kein Wasser unnötig verbraucht wird. Auf den Straßen ermitteln Sensoren die Parkplatz-Auslastung und die Müllabfuhr nutzt Datenleser, um zu wissen, welche Tonne zur Leerung ansteht.

 

Doch wie geht man IoT-Projekte am besten an?

  1. Entwickeln Sie eine Strategie bzw. Vision für Geschäfts- und Unternehmensprozesse auf Basis neuer digitaler Technologien. Die Kernfragen lauten: Was sind die Chancen und Herausforderungen der Digitalisierung in meinem Business und vor allem: gibt es mein Business in dieser Form überhaupt noch oder könnte es längst durch disruptive Innovationen verdrängt worden sein worden sein? Wenn Sie das analysiert haben, wissen Sie, wo Sie ranmüssen: Müssen Prozesse optimiert oder Services verbessert werden? Oder können Sie digital aufgebesserte Produkte anbieten, so wie Miele mit seiner internetfähigen Waschmaschine?
  2. In Kundenbedürfnissen denken, nicht in Features. Machen Sie es wie Apple, Amazon und Tesla: Richten Sie Ihre Produkte und Dienstleistungen bedingungslos auf den Kundennutzen aus. Planen Sie nicht primär von Ihren technischen Möglichkeiten her, so entstehen unpraktische, nicht marktfähige Produkte. Denken Sie nutzerorientiert und suchen Sie Inspirationen in der IT.
  3. IoT- Lösung individuell erstellen. Eine Lösung nach Schema F bringt Sie nicht weiter. Entscheidend ist es, die richtigen Technologiebausteine (wie IoT-Plattform, Plug&Play-Werkzeuge für Messaufgaben, Cloudanbindung von Sensoren zur Analyse der Daten etc.) intelligent zusammenzufügen, sodass wettbewerbsrelevante Aspekte – denken Sie an disruptive Angreifer – geschützt sind.
  4. Eine IoT- Plattform ist der wichtigste Baustein. Legen Sie deshalb zentrales Augenmerk auf die IoT-Plattform, vor allem bei der Auswahl. Achten Sie darauf, dass die Plattform entscheidende Technologien unterstützt und welche Daten genau mit dem Plattformanbieter geteilt werden. Eine IoT-Plattform stellt elementare Funktionen wie Connectivity, Datenstandardisierung und-management, Datenvisualisierung, Device Management, Schnittstellen und grundlegende Sicherheits-Features bereit.
  5. Security first. Sicherheit gibt es nichtout of the box“, auch wenn IoT-Plattformanbieter dies versprechen. Achten Sie mindestens auf eine End-to-End-Verschlüsselung, eine separate Speicherung von Nutzer- und Betriebsdaten oder eine eindeutige Vergabe von Nutzer- und Betriebsdaten. Last but not least: Sensibilisieren Sie Ihre Mitarbeiter in puncto Datenhandling, z.B. via Schulung. Denn die richtigen unternehmensinternen Gewohnheiten sind unabdingbar, damit nicht Unbefugte in die IoT-Lösungen eindringen und so einen immensen Schaden anrichten können.