Hochverfügbarkeit bei IT-Systemen

Ein System ist dann hochverfügbar, wenn es seinen Betrieb auch beim Ausfall einer Komponente mit hoher Wahrscheinlichkeit aufrechterhält. Wie aber kann ein Unternehmen einschätzen, welche Systeme hochverfügbar ausgerüstet sein müssen und welche nicht? Immerhin können Ausfälle von wenigen Stunden mitunter Schäden in existenzgefährdender Höhe verursachen. Vielen Unternehmen gelingt es noch nicht, die mit der Digitalisierung gestiegenen Ansprüche an Verfügbarkeiten auf die eigene Situation zu übertragen.

 

Die Möglichkeiten der Verfügbarkeit sind im digitalen Zeitalter beinahe unbegrenzt. Ausfallzeiten von maximal einer halben Minute pro Jahr sind machbar. Die höchste Verfügbarkeitsklasse ist in seltenen Fällen erforderlich, zum Beispiel dann, wenn es um die Notfallversorgung in Krankenhäusern geht. Auch die Flexibilität von Verfügbarkeiten ist enorm und lässt sich exakt auf individuelle Anforderungen abstimmen. Mit jedem Zehntelprozentpunkt mehr steigt die Ausfallsicherheit um 8,76 Stunden pro Jahr. Aber es steigen auch die Kosten. Beide Aspekte müssen also gegeneinander abgewogen werden.

 

Am einfachsten wäre es, jede Anwendung so verfügbar wie möglich auszulegen. Mit diesem Ziel könnten die Kosten aber ins Unermessliche steigen. Ohne eine wohl durchdachte Strategie stellen Unternehmen häufig Hochverfügbarkeit her, wo sie gar nicht benötigt wird, während andere Systeme hohe Verfügbarkeitsrisiken in sich bergen. Damit nicht in beiden Fällen Geld verschwendet wird, muss ein Ende-zu-Ende-Denken eingesetzt werden. Wird das Unternehmen als Ganzes betrachtet, können alle relevanten Faktoren, inkl. der notwendigen Infrastrukturstrategie, in die Problemlösung einfließen. Diese Art der ganzheitlichen Herangehensweise kann am objektivsten durch die Außensicht externer Berater erfolgen und zu einer grundlegenden Ist-Analyse führen, die Notwendigkeiten aufzeigt und an der richtigen Stelle Kosten spart.

Bernd Usinger, GEBHARDT Sourcing Solutions